Und eines Tages kommt die Katze und frisst mich!

 

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Szene IV: Die erste Qual: Feuer

Josef:
Tatsächlich, ein Feuer! Aber niemand scheint da zu sein…
Hallo? Hört mich jemand? Ist hier wer?
(Geht näher ran. Zu sich selbst sprechend)
Niemand da… Aber, wer hat dieses Feuer entzündet? Das erste menschliche Anzeichen hier. Das erste, was ich als gemütlich, als angenehm bezeichnen möchte auf diesem gottverdammten Planeten…
(setzt sich ans Feuer um seine Glieder aufzuwärmen)
Eine sanfte, verführende Stimme: Josef. Komm näher, komm…
(Josef geht auf die Stimme zu, die von einem dunklen Flecken außerhalb der Reichweite des schützenden Lichtes des Feuers kommt)
Josef:
Wer bist du? Wo bist du? Ich sehe nichts!
Die Stimme:
Dunkles Seelchen seh ich hier
Rote Maden tief in dir…
Brenn sie aus dem Herzen aus
Zünd mit Freude sie dir raus!
Dunkel wird die Seele bleiben,
Doch die Maden werden leiden.
Leiden wirst auch du dabei,
Doch von Ungeziefer wirst du frei!
Nach drei Tagen darfst du weiterziehn,
Sollst vor neuen Qualen fliehn!

Tag 1

(unendliche Stille. Ein Feuerring lodert um Josef herum auf. Die Flamme wird größer und größer und der Ring schließt sich langsam zusammen.)
Josef: Diese Hitze. So angenehm mir das Feuer grad noch war, ich wünschte, ich hätte es nie gefunden! Unerträglich wird es mir. Und, der Kreis scheint immer enger zu werden.
Au!
(seine Kleidung beginnt anzubrennen, seine Haare kokeln langsam ab. Er schlägt die Flammen seiner Bekleidung aus, doch sie entflammen immer schneller neu)
Arrrrgh! Diese Hitze!!! Diese abartige Hitze! Es ist, wie in der Hölle! Es tut unendlich weh…
Dieser Schmerz! Dieser unglaubliche Schmerz!!!!!!!
(Krümmt sich wie ein Wurm. Seine Haut löst sich in Blasen auf und platzt auf. Sein Fleisch wird darunter enthüllt und verfärbt sich langsam, wird immer dunkler.)
Josef: Was…
(keucht)
ist das… Meine Brust – es schmerzt mehr, als meine verbrannte Haut. Mehr, als alles, was ich je gespürt habe!
(presst seine Hände an die Brust)
Die Stimme:
Brennt ihr Maden! Brennet rot!
Brennet! Brennet! Brennet! Bald seid ihr alle tot!!!
Josef:
Wie es mir schmerzt!!! Als würde ein feuriges Gewürm meinen Körper durchqueren und alles, was noch nicht von ihnen zerkocht wurde auffressen!
(presst seine Hände noch fester an die Brust. Er kann nicht mehr sprechen, der Schmerz wird unerträglich. Sein hautloses Gesicht ist von Qual verzerrt. Die einst so sanfte Stimme dringt nun wie ein Hohngelächter zu ihm, sie spricht wirres, unverständliches Zeug, doch nimmt er dies gar nicht mehr war. Seine Gedanken verfliegen, das einzige, was bleibt ist ein grenzenloser Schmerz der ihn fast umbringt.
Plötzlich beißen sich zwischen seinen an die Brust gepressten Händen rote Maden hindurch. Sie kommen wie eine Flutwelle aus ihm heraus gebrochen und verbrennen augenblicklich wieder.
Immer mehr Maden kommen heraus und fallen als Asche auf den Boden nieder.)

Tag 2

(Josef liegt in dem Feuerkreis. Nur noch vereinzelte Maden kommen aus seiner Brust heraus, als würden sie die Qual nicht ertragen und wollten sich selbst dem Feuer opfern. Josef zuckt nur noch gelegentlich, spürt aber kaum noch etwas. In seiner Brust klafft ein großes Loch, durch welches ausgetrocknetes, verbranntes Fleisch hindurch schimmert. Er hat kaum noch einen Fetzen Haut, der ihn vor der brennenden Hitze schützt, doch von all dem merkt er nichts mehr.)
Die Stimme:
Josef, wach auf. Gleich ist alles vorbei. Gleich geht es dir besser. Nur noch wenige Maden wohnen in dir, und selbst die werden nicht mehr lange existieren. Wach auf Josef, wach auf!!!
(Josef öffnet die Augen)
Endlich! Es ist geschafft, Josef…
Nun steh auf und ziehe weiter…
(Der Feuerring zieht sich zurück. Josef ist nicht in der Lage, sich zu bewegen. Unglaublicher Durst plagt ihn. Da sieht er, keine 7 Schritte entfernt eine dreckige Pfütze.)
Josef:
Wasser… Gerettet! Wasser!!!
(versucht sich zu bewegen, aber zwecklos)
Zu… schwach…
(schaut gierig nach der Pfütze, kann an nichts anderes denken als an das kühle Nass. Sein Mund ist trocken, das Fleisch verbrannt und aus seiner Brust fallen einige letzte Tropfen seines Lebenssaftes. Er kann den Blick nicht von der Wasserquelle abwenden, sehnsüchtig schaut er hin... Da entdeckt er ein schönes Wesen, das von der Quelle trinkt)
Bitte… Bitte… Gib… Gib mir auch…
Das Wesen:
Wasser? Du willst Wasser?
(schöpft mit den Händen etwas von dem dreckigen Pfützengesöff und geht damit zu Josef. Keine 3 Fingerlängen vor Josef öffnet er die Handflächen. Lacht dreckig als er sieht, wie Josef mühevoll versucht, ein wenig von dem weg fließenden Wasser mit der Zungenspitze zu erhaschen, was ihm völlig misslingt)
Bitteschön!
Lern besser, für dich selbst zu sorgen…
(zieht von dannen. Josef schaut noch immer gierig auf die Pfütze. Er empfindet nicht einmal mehr Wut, nur noch Durst)


Tag 3

(Josef ist nach einer Nacht wieder in der Lage, sich zu bewegen. Kriecht langsam auf die Pfütze zu. Er kommt an. Trinkt gierig, aber der Durst bleibt bestehen wie eh und je.)
Josef:
Was ist das? Wieso werde ich nicht sitt? Gott, wie mich alles schmerzt, wie meine Brust wehtut und meine Haut, mein geschändeter Körper und – mir scheint – selbst meine Seele.
(schlürft gierig weiter. Doch der Durst stellt sich nicht ein.)
Es muss an diesem Wasser liegen. Es ist dreckig, bestimmt vergiftet. Es schmerzt mir mehr als das es gut tut. Ich mache lieber, dass ich weg von hier komme. Vielleicht gibt es hier irgendwo eine saubere Quelle, vielleicht finde ich irgendetwas, womit ich meine Wunden reinigen kann!
Nie wieder will ich etwas wie Feuer sehen! Diese Kälte ist ein wahrer Genuss gegen das, was ich grad erst erleben musste.
(läuft schnell weg)
4.12.06 14:23
 
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