Und eines Tages kommt die Katze und frisst mich!

 

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Teil I: Die Welt der Qualen

Szene I: Sterben

(Er steht einsam am Ufer und starrt in den Regen hinaus. Er sieht die glücklichen Lichter in weiter Ferne. Ein lachendes Paar rennt an ihm vorbei. Sie flüchten vor den Erdtränen und stürmen in ein Haus.
Josef bleibt stehen. Bis tief in die Nacht. Er starrt zitternd auf die Lichter.
Der Regen prasselt in sein Gesicht. Wie tausend Tränen läuft er am Kinn herunter, tropft zu Boden und fließt weiter ins Meer, als ließe sich die Einsamkeit einfach wegspülen.
Endlich macht sich Josef auf den Rückweg. Er kann nicht mehr unterscheiden, ob es Tränen oder Regentropfen sind, die seine Wangen umschmeicheln. Er stolpert den Rinnsaal entlang – immer dem Strom entgegen. Er nimmt die Brille ab, putzt sie, doch das Wasser lässt im gleichen Augenblick wieder alles verschwimmen. Gleichgültig setzt er sie wieder auf. Schattenbilder umtanzen ihn. Dämonen, die seinen Geist gefangen nehmen wollen. Es ist ihm egal. Alles egal. Vorbei. Aus und vorbei. Er spürt: sie ist tot. Muss tot sein. Alles vorbei!)
Josef:
Sieben Jahre. Sieben lange Jahre der Qual, des sinnlosen Dahinvegetierens. Eine Ewigkeit verschwendet, um zu leben!
(Öffnet die Tür. Betritt das Haus und geht auf sein Zimmer zu...)
Ha! Leben!!! Wozu? Wozu noch? Wie sehr sehne ich mich nach dem Tod, danach, endlich zu sterben? Sterben… Endlich sterben!!!
(nimmt ein Messer zur Hand)
Es ist soweit. Ich ertrage es nicht mehr! Nicht länger will ich mich durch das Leben quälen. Wozu noch leben? Für Gott? Nein, ihm bin ich keinen Gefallen schuldig! Für Wissen vielleicht? Auf keinen Fall, denn, vergisst man nicht, desto älter man wird, mehr und mehr? Mein Hirn wird doch mit jedem Tag löchriger, im grenzenlosen Wissen findet man sicherlich nicht den Sinn des Lebens, oder des Sterbens, wie ich es doch um so vieles lieber nenne, denn ist doch das Leben nichts weiter als ein verlängertes Sterben!!! Denn, seit ich geboren bin, gehe ich auf das Reich des Todes zu, werde ich immer älter und toter. Wenn Weisheit das ist, was der Mensch auf Erden erreichen soll, wieso, wieso, wieso bei Gott bekommt man dann in der ersten Minute drei Ideen, während man in der zweiten gleich Neun verliert?
Ob es Liebe ist, was den Menschen am Leben hält? Ja, Liebe… Liebe, das kann durchaus stimmen! Jedoch, ach, meine Liebe ist längst gestorben, längst an dem Ort, nach welchem ich mich sehne!
(setzt das Messer an)
Nicht länger will ich unter den Lebenden, nein, unter den Sterbenden weilen müssen! Nicht länger diese Qualen erleiden, auf den Tod warten müssen!
(schneidet sich tief ins Fleisch)
Endlich! Wie warm es doch meinen Arm hinab tröpfelt. Das Leben entfleucht meiner Ader. Da – ich sehe es! Das Reich der Toten! Sie rufen mich, rufen mich an… Was sagen sie? Komm näher? Sie sprechen undeutlich…
Sie sagen… - Nein! Nein! Das darf nicht wahr sein!!! Es ist nicht, was ich erwartete, nicht das Reich der Toten!
Was ist passiert?
Schreie! Überall – Schreie!
Gekreische, sie wollen, dass ich wegbleibe!!!
Kein Tod, rufen sie, nur Qual erwartet mich!!!
(klammert sich an den Strick des Lebens. Der Strick reißt und Josef fällt in die Tiefe der unendlichen Qual…)
4.12.06 14:17
 
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